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Die KIM-Verordnung: Neue Standards für den Finanzierungsmarkt

Die Finanzwelt unterliegt ständigen Veränderungen und Anpassungen. Eine bedeutende Neuerung trat am 1. August 2022 in Kraft, als die Finanzmarktaufsicht (FMA) die KIM-Verordnung erließ. In einem kürzlich geführten Interview mit Herrn Binder-Seemann, einem Experten auf dem Gebiet der Finanzierung, erfuhren wir mehr über die Beweggründe hinter dieser Verordnung und deren Auswirkungen auf Kunden und die Immobilienbranche.

Warum hat sich die FMA für diesen Schritt entschieden?

Die KIM-Verordnung wurde eingeführt, um auf dem Finanzierungsmarkt klare Standards zu etablieren. Herr Binder-Seemann erklärte, dass dies dazu dient, die Stabilität des Finanzierungsmarktes zu fördern und die finanzielle Sicherheit der Kunden zu gewährleisten. Durch die Festlegung von Mindestanforderungen an Eigenkapital, maximalen Kreditlaufzeiten und der maximalen Höhe der monatlichen Kreditraten soll das Risiko von übermäßigen Verschuldungen und Zahlungsausfällen minimiert werden.

Welche Schwierigkeiten bringt die KIM-Verordnung für Kunden mit sich?

Die KIM-Verordnung kann für Kunden einige Herausforderungen mit sich bringen. Insbesondere Kunden, die über weniger Eigenkapital verfügen, werden Schwierigkeiten haben, die Anforderungen für eine Neufinanzierung zu erfüllen. Darüber hinaus könnten die begrenzte Kreditlaufzeit und die maximale Kreditrate von 40 % des monatlichen Haushaltseinkommens die Möglichkeit von langfristigen Finanzierungsmodellen einschränken. Kunden müssen möglicherweise mehr Eigenkapital aufbringen oder ihre finanziellen Verhältnisse anpassen, um den neuen Richtlinien zu entsprechen.

Um wie viel Prozent sind die Kredite seit der Verschärfung der Richtlinien zurückgegangen?

Was wir feststellen konnten, ist, dass der Gesamtmarkt um ca. 75 % zurückgegangen ist. Das ist ein dramatischer Einbruch seit dem Sommer 2022. Wir selbst haben einen Rückgang von ca. 60 %. Im Vergleich zum Gesamtmarkt halten wir uns besser, aber auch wir können die Tatsache leider nicht ändern, dass seit dem Erlass der KIM-Verordnung die Nachfrage nach Immobilienkrediten zurückgegangen ist. Die Verkäufer glauben noch immer hohe Marktpreise erzielen zu können, und auf der anderen Seite wollen bzw. können sich die Käufer die Finanzierung nicht leisten.

Welche Auswirkungen hat dies auf die Immobilienbranche?

Die KIM-Verordnung hat potenziell tiefgreifende Auswirkungen auf die Immobilienbranche. Da die Richtlinien sowohl die Kreditvergabe einschränken als auch strengere Anforderungen an Eigenkapital und Kreditraten festlegen, werden sich weniger Menschen in der Lage sehen, einen Immobilienkauf finanzieren zu können. Dies könnte zu einer Abnahme der Nachfrage nach Immobilien führen, was wiederum Einfluss auf die Immobilienpreise und die Rentabilität von Immobilieninvestitionen haben könnte.

Wie sehen Sie die Entwicklung in den nächsten Monaten/Jahren?

Herr Binder-Seemann gibt keine konkrete Vorhersage für die kommenden Monate und Jahre, da die Entwicklungen von verschiedenen Faktoren abhängen. Es wird wichtig sein, die Umsetzung der KIM-Verordnung zu beobachten und wie sich die Finanzmärkte, die Wirtschaft und die Immobilienbranche darauf einstellen werden. Ein Tipp von Herrn Binder-Seemann ist sich genau und vor allem gut beraten zu lassen und einen gemeinsamen Weg zu entwickeln, wie ein Immobilienkauf nicht nur möglich sein kann, sondern die Finanzierung bzw. die monatlichen Kreditraten auch leistbar bleiben.

Nachfolgend finden Sie das vollständige Interview mit Herrn Binder-Seemann, in dem er ausführlicher auf diese Themen eingeht.